wortkarg

Sprache, E-Learning und ?

Menü Schließen

Autor: klaudia

Padlet – eine kollaborative „Pinwand“

So – nun ist es wieder mal Zeit für ein (für mich) neues Tool, auf das ich im Rahmen eines iMoox-Lehrganges aufmerksam geworden bin: Padlet. Dabei handelt es sich um eine Art „Pinwand“ , über die man kollaborativ Inhalte aufbereiten kann.

In meiner Arbeit versuchen wir gerade, einen Blog zu etablieren und mit Padlet konnte ich ein paar Positiv-Beispiele visualisieren und „aufpinnen“. Meine Kollegen hatten wiederum die Gelegenheit, diese um eigene „Lieblingsblogs“ zu erweitern und so konnten wir uns wechselseitig inspirieren.

Wen es interessiert, wie Padlet genau funktioniert, schaut sich am besten  dieses Lehrvideo von iMoox an.

Liebe Grüße,

Klaudia

 

Zehn Empfehlungen für die Gestaltung der persönlichen Lerninfrastruktur

Was mir beim Lesen  des Beitrages von Simon Dückert (2017) besonders gut gefallen hat, waren seine zehn Empfehlungen für die Gestaltung der persönlichen Lern-Infrastruktur. Ich habe mir vorgenommen, einige Punkte auch für meine Lernschritte verstärkt zu berücksichtigen. Teilweise passiert mein Lernen im Rahmen der DUK ja bereits genau in dieser Form. Unten angeführt findet sich das gesamte Kapitel 4 zum „Weiterdenken“ … für alle jene, die sich Gedanken darüber machen möchten, wie diese Empfehlungen in bereits bestehende oder auch in neu entstehende Lernumgebungen integriert werden könnten.


Die Vielzahl der bekannten und teils vielleicht auch noch unbekannten Lern-Werkzeuge führt beim Einstieg in die Gestaltung der eigenen Lerninfrastruktur oft zu Frustration und Unübersichtlichkeit. Denn so individuell wie Ablagestrukturen in Dateiordnern oder den persönlichen Aufzeichnungen zu einem Kurs sind, so individuell müssen auch digitale Lernumgebungen sein, um die Lernenden bestmöglich zu unterstüzten. Den „One-Size-Fits-All-Ansatz“ gibt es nicht, wie Eric Tsui in seiner Darstellung vernetzter „Personal Learning Environments“ (PLE) zeigt. Die eigene Lerninfrastruktur muss einmalig eingerichtet und dann kontinuierlich angepasst und verbessert werden. Die folgenden zehn Empfehlungen helfen dabei, sich eine persönliche Lerninfrastruktur erstmalig anzulegen bzw. bestehende Ansätze systematisch zu hinterfragen (Dückert, 2017, S. 89-90):

Zehn Empfehlungen für eine persönliche Lerninfrastruktur

(Dückert, 2017, S. 90-92)

  1. Schriftlichkeitsprinzip: Dokumentieren Sie das Konzept Ihrer Lerninfrastruktur, um nicht den Überblick zu verlieren und gleichzeitig eine Systematik für die regelmäßige Reflexion Ihrer Infrastruktur zu haben.
  2.  Memex: Der „memory extender“ (memex) ist eine Vision von Vannevar Bush aus dem Jahr 1945 (Bush 1945). Der Memex ist möglichst „menschengerechtes, einfach bedienbares Wissensfindungs- und Verwertungsystem“.  Nach Bush sollte dieses System nach Möglichkeit das assoziative und vernetzte Denken des menschlichen Gehirns nachbilden.  Verwenden Sie daher ein persönliches Wiki oder Wiki-ähnliche Plattformen wie Evernote bzw. OneNote (auch Scratchpad genannt) als Ihren persönlichen Memex. Sorgen Sie dafür, dass Sie auf Ihren Memex von allen Ihren Endgeräten (Computer, Tablet, Smartphone) zugreifen können. Erste Aufgabe für den Memex ist, die Dokumentation Ihrer Lerninfrastruktur aus dem Punk 1 aufzunehmen.
  3. Lernziele: Mit der Verschiebung des Schwerpunkts vom formellen (fremdgesteuerten) zum informellen (selbstgesteuerten) Lernen bedeutet, dass Sie mehr Aufwand für die strategische Planung Ihres Lernens einplanen müssen. Werden Sie sich über Ihre persönlichen Ziele bewusst (klassisches Selbstmanagement) und überlegen Sie, wo Sie zur Erreichung dieser Ziele noch Wissensdefizite haben. Formulieren Sie daraus klare Lernziele und dokumentieren Sie diese in Ihrem Memex. Überlegen Sie sich je Lernziel, mit welchem Lernansatz des o. g. 70/20/10-Modells das Lernziel am besten zu erreichen ist. (Beispiel: wenn Sie erlernen wollen, kurze Lernvideos zu erstellen, können Sie ein Buch dazu lesen, mit erfahrenen Videofilmern sprechen oder es per Learning-by-Doing selber ausprobieren). Formulieren Sie aus diesen Überlegungen konkrete Lernmaßnahmen bzw. kleine Lernprodukte.
  4. Wissenslandkarte: Legen Sie sich eine Wissenslandkarte in Form einer visuellen Übersicht Ihrer wichtigsten Aufgaben und Wissensgebiete (Themen) an. Die Wissenslandkarte kann Teil Ihres Memex sein oder separat und grafisch z. B. in Form einer Mind Map erstellt und gepflegt werden.
  5. Dokumenten-Bibliothek: Legen Sie sich auf Ihrem Rechner, in Ihrem Netzwerk oder in der Cloud eine zentrale Dokumenten-Bibliothek. Verwenden Sie diese Dokumeten-Bibliothek als Ihre persönliche „Wissenskartei“. Übernehmen Sie die Rolle des Bibliothekars Ihrer Wissenskartei und pflegen Sie diese regelmäßig. Legen Sie beispielsweise für alle Aufgaben und Wissensgebiete Ihrer Wissenslandkarte Ordner an und sammeln Sie darin Referenzmaterial (z. B. Vorlagen, Chechlisten, Studien, Aufsätze). Gestalten Sie die Dokumentenbibliothek so, dass es persönliche Bereiche (nur für Sie), aber auch mit anderen geteilte und öffentliche Bereiche geben kann (Stichwort: Berechtigungen, Freigaben).
  6. Persönliches Lern-Netzwerk: Überlegen Sie zu den Themen Ihrer Wissenslandkarte, von welchen Menschen Sie diesbezüglich viel lernen können. Vernetzen sie sich mit diesen Personen in geeigneten Sozialen Netzwerken. Pflegen sie dieses Netzwerk, indem Sie nicht nur Informationen konsumieren, sondern auch aktiv mit Ihrem Wissen beitragen. Praktizieren Sie beispielsweise „Working Out Loud“ (WOL) für systematsiche Pflege Ihres Wissensnetzwerks. Gelerntes in Form eines Weblogs oder in Form eines kurzen Videobeitrages nochmal zusammenzufassen, ist nicht nur ein Beitrag für die Allgemeinheit, sondern unterstützt den sehr effizienten Lern-Ansatz „Lernen durch Lehren“.
  7. Persönliche Lern-Tageszeitung: Machen Sie sich die Lektüre Ihrer persönlichen Lern-Tageszeitung zur Gewohnheit. Reservieren Sie sich hierfür etwas Zeit, in der Sie z. B. beim Kaffee Ihre Neuigkeiten in den sozialen Netzwerken überfliegen (z B. Twitter-Timeline), Neuigkeiten in News und Blogs lesen (z. B. im Feedrader) und die neuesten Lern-Medien in Audio- und Videoplattformen prüfen (z. B. abonnierte Kanäle auf YouTube). Wichtig ist hierbei, dass Sie sich einen strikten Zeitrahmen vorgeben (z B. Timeboxing von 15 Minuten pro Tag), da sonst die Gefahr besteht, sich in der sprichwörtlichen Informationsflut zu verlieren. Benötigt ein Element der Lern-Tageszeitung mehr Aufmerksamkeit, sollte die Aufnahme für einen späteren Zeitpunkt  eingeplant werden.
  8. Finden statt Suchen: Durchbrechen Sie den Reflex, für jede Suchanfrage einfache Schlagwortsuchen bei Google zu verwenden. Erarbeiten Sie sich einen Katalog weiterer Suchoptionen, dazu können z. B. Spezialdienste wie Google Scholar, Slideshare, YouTube gehören. Verwenden Sie persönliche angepasste Suchmaschinen, um den Umfang von Trefferlisten zu schärfen (z. B. Verwendung einer Google Custom Search Engine, um ausschließlich die Webseiten von Webbewerbern oder allen Universitäten in Deutschland zu durchsuchen). Schaffen sie sich außerdem durch persönliche Suchmaschinen (z B. Docfetcher) die Möglichkeit, Ihre persönliche Dokumentbibliothek effizient zu durchsuchen.
  9. Reflexion als Routine: Die 70 Prozent des 70/20/10-Modells ist das Lernen aus anspruchsvollen Tätigkeiten. Machen Sie es sich daher zur Gewohnheit, nach wissensintensiven Tätigkeiten etwas Zeit zur Reflexion zu verwerden. Das kann z. B. in Form eines kleinen After Action Reviews geschrieben geschehen, bei dem nach Abschluss einer Aufgabe vier Fragen beantwortet werden:  Was war der Plan? Was ist passiert? Warum gab es eine Abweichung? Was lerne ich/wir daraus? Halten Sie die Lernergebnisse in Ihrem Memex oder an anderer geeigneter Stelle fest (z. B. Checkliste in Dokument-Bibliothek) und teilen Sie Ihre Erfahrungen idealerweise mit Ihrem Netzwerk.
  10. Lernzeit einplanen: Oft scheitert das systematische Lernen in der Praxis an der fehlenden Zeit. Es ist kein Zufall, dass innovative Unternehmen wie Google oder 3M ihren Mitarbeitern zwishen 15-20 Prozent ihrer Zeit für Lernprozesse gewähren. Planen Sie sich daher Ihre Lernzeiten systematisch ein und achten Sie darauf, dass die eingeplanten Zeiten nicht vom Tagesgeschäft „aufgesogen“ werden.

QUELLE:

Dückert, S. (2017). Das Netz als Lern-Infrastruktur. In Erpenbeck, John & Sauter, Werner (Hrsg.), Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz. Bausteine einer neuen Lernwelt (S. 81-92). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

Mehr

5 Methoden, die Wissensarbeiter*innen kennen sollten!

Die wichtigsten Lern-Werkzeuge im Netz

Simon Dückerts Kapitel  3 seines im „Handbuch der Kompetenzentwicklung im Netz“ erschienenen Beitrags „Das Netz als Lern-Infrastruktur“ war für mich interessant zu lesen, weil mir klar wurde, dass  ich mit Lern-Werkzeugen die wenigsten der u.a. Tools assoziierte. Doch in den neuen Lern- und Arbeitswelten funktioniert  Lernen anders – Stichwort: „selbstgesteuert“, „kollaborativ“ … und „kooperativ“ und „kontinuierlich“. Und da werden Tools , die man bisher verstärkt aus der Arbeitswelt kannte, immer mehr zu Lernwerkzeugen. Slack scheint hier einen besonderen Stellwert einzunehmen … nicht nur, weil es sich dabei um ein neues Tool handelt, sondern auch, weil es als Schnittstelle zu sämtlichen Lernwerkzeugen fungieren könnte. Kann mit Slack also bald ein Wandel vom Messenger bzw. Social Tool zu einer echten, individuell konfigurierbaren Lernumgebung gelingen? Gute Frage … über die sich schon so manche E-Learning-Autoren Gedanken machen.


Dückert, 2017, S. 85-86

Jane Hart, Expertin für das Lernen am Arbeitsplatz („Worplace Learning“), ermittelt in einer Umfrage jedes Jahr die „Top 100 Tools für Learning“ (Hart 2015). Sie definiert Lern-Werkzeuge dabei als „any software, online tool or service that you use either for personal or professional learning, for teaching or training, or for creating e-learning„.

In der Umfrage aus dem Jahr 2015 ergab sich diese Top-10-Liste (N > 2000):
  1. Twitter: Bevorzugter Ort für professionelles Networking, für News und Updates, als Kommunikationskanal für Konferenzen und als Echzeit-Chat durch die Verwendung von Hashtags (Kategorien).
  2.  YouTube: Video-Portal als Plattform für multimediale Lern-Ressourcen und um eigene Videoinhalte zu teilen.
  3. Google Suche: In der Umfrage oft beschrieben als „einziges e-Learning-Tool, das man wirklich braucht“.
  4. Google Docs/Drive: Plattform zum Erstellen von persönlichen Dokumenten (z. B. Präsentationen, Tabellen) sowie zum Teilen und gemeinsamen Bearbeiten von Dokumenten.
  5. PowerPoint: Wichtigstes Werkzeug, um persönliche Präsentationen und linearen e-Learning-Inhalt zu erstellen.
  6. Dropbox: Plattform zum privaten und öffentlichen Teilen von Dateien, sowohl in Unternehmen als auch in der Bildung.
  7. Facebook: Obwohl meist für das persönliche (private) Networking genutzt, ist Facebook ein nützliches Werkzeug, um Lerngruppen und Kursseiten zu unterstützen.
  8. WordPress: Sowohl für Einzelpersonen als auch für Organisationen nützliches Werkzeug, um einen Blog zu betreiben, aber auch um funktionsreiche Webseiten darzustellen.
  9. Skype: Werkzeug, um Unterhaltungen bidirektional oder in Gruppen zu führen. Hält über Skype for Business (ehem. Lync) derzeit in Breite Einzug in Unternehmen.
  10. Evernote: Werkzeug für persönliche Notizen und sog. Web Clippings (Auszüge von Webseiten). Die Notizbücher können über die Cloud synchronisiert und dadurch auf verschiedenen Engeräten verwendet werden.

Auf den Plätzen 11 bis 30 folgen Prezi, Wikipedia, Pinterest, LinkedIn, Moodle, iPad&Apps, Kahoot, Blogger, PowToon, Slideshare, Screencast-O-Matic, Yammer, Padlet und Microsoft Word.

Bemerkenswert ist, dass die Liste der Top 30 mit Moodle und Kahoot nur zwei Werkzeuge enthält, die den klassichen Lern-Werkzeugen zuzurechen sind. Alle anderen gehören eher zum Bereich der Netz- oder Webdienste. Welche konkreten Werkzeuge Lernende einsetzen können/sollen/dürfen, hängt sehr stark vom jeweiligen Kontext ab. So sind beispielsweise Datei-Dienste wie Google Drive in vielen Unternehmen aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen.  Um für Lernende trotzdem eine konkrete Handlungsempfehlung geben zu können, werden die Tools aus der Umfrage von Hart in eine allgemeine Kategorisierung von Lerntools im Netz überführt, die dann zur Auswahl herangezogen werden kann. Dazu wird die Darstellung des Social Media Prism von ethority mit Plattformen und Tools im Web herangezogen (Ethority 2015), die die wichtigsten 261 Plattformen im Netz in insgesamt 25 Toolklassen unterteilt. Dabei spielen natürlich nicht alle Tools für die Gestaltung der eigenen Lerninfrastruktur eine Rolle … (Dückert, 2017, S. 86)


Im gleichen Beiträg werden noch folgende Tool-Kategorien aufgelistet und genauer beschrieben, die aus dem bereits erwähnten Social-Media-Prisma extrahiert wurden. Ich werde hier zwar alle Tool-Kategorien vollständig anführen, aber nur eine auszugsweise  beschreiben (siehe Fettung und *).

  • Soziale Netzwerke,
  • Online-Foren,
  • Weblogs,
  • Wikis,
  • Instant Messaging*
  • Audio- und Videoplattformen,
  • Social-Bookmarks,
  • Suche,
  • Ökoystemdienste.

INSTANT- MESSAGING-DIENSTE (IM)

Instant Messaging-Dienste (IM) unterstützen den Versand von Sofortnachrichten. Ähnlich wie bei Email können sich Nutzer Nachrichten unter Angabe ihrer ID (z B. Mobiltelefonnummer bei Skype, Threema ID bei Threema) zusenden. Bei den meisten IM ist die Bildung von Gruppen möglich. Darüber hinaus bieten viele Messanger Fuktionen wie Emojis, Voice-over-IB (Audio-Telefonie), Video-Telefonie, Versand von dateien, etc. an. Die Instant Message ist aber ähnlicher der SMS eher eine flüchtiges Medium. Mit Diensten wie beispielsweise Slack verschwimmen aktuell die Grenzen zwischen IM und sozialem Netzwerk (Dückert, 2017, S. 87).

QUELLE:

Dückert, S. (2017). Das Netz als Lern-Infrastruktur. In Erpenbeck, John & Sauter, Werner (Hrsg.), Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz. Bausteine einer neuen Lernwelt (S. 81-92). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

Mehr von Jane Hart:

What does the 6th annual Learning in the Workplace Survey say about the state – as well as the future – of L&D?

 

 

Thinglink

Hab wieder mal in der Liste von Markus nachgeschaut,
und da hat es mich fast „umgehaut“,
wie viele Tools hier schon draufstehen.
Die sollte ich mir unbedingt alle der Reihe nach ansehen.

Bildergebnis für Thinglink

Mit Thinglink hab ich nun auch schon begonnen.
Das hat kaum Zeit in Anspruch genommen.
Hab sofort ein Bild mit „Punkten“ versehen.
Da muss man gar nicht viel verstehen.
Einfach ein Bild aussuchen und einen Text eingeben.
Und: Man kann auch ganz simple ein Video „einweben“.

Das Tool eignet sich besonders gut fürs Lernen von Namen und Dingen,
denn mit einer Wort-Bild-(Audio)-Kombination kann das Erinnern gut gelingen.

FAZIT:
Simple und cool,
so ist dieses Tool.

 

Zur Verdauung von Mark Tennant

Bin ich? Oder werde ich? Und falls ja: Was genau werde ich jemals werden? Von wem werde ich „geworden“ und „gebildet“? Bilde ICH mich weiter? Oder werde ich durch ANDERE gebildet und geformt? Bin ich davor „Nichts“, weil ich erst durch „Bildung“ entstehe? Und was ist, wenn ich  mich ständig weiterbilde? Werde ich dann auch niemals zu mir „Selbst“ gelangen? 

„Werde gebildet“ – eine „Erzählung“ im Passiv!

Lasse ich das „Passiv“ in meiner „Geschichte“ zu und bin ich somit beteiligt an meiner eigenen Unterwerfung – unter dem Vorwand der „Bildung“, „Formung“ und  „Befreiung“ des Selbst“? Wird man durch „Modellierungstechniken“ und „Bildungsformen“ tatsächlich frei? Wie mag sich ein Sandkorn in einer kleinen Kuchenform fühlen? Ein kleines Körnchen, das noch alles werden hätte können, wenn man es einfach treiben lassen hätte, um schlussendlich Teil eines großen Ganzen werden zu dürfen: zu einer Düne … einem Strand … einer Wüste.

Kontrolle, Disziplin und Funktionalität im Dienste der Befreiung des Selbst?

Lasse ich mir von „Bildungsträgern“ und externen Kräften ein Selbstüberwachungskonzept auferlegen? Um endlich zum ICH zu werden? Oder entferne ich mich genau dadurch zunehmend von mir Selbst, weil mich das „Außen“ innerlich nach und nach vereinnahmt, bis von MIR nichts mehr übrigbleibt? Nur mehr das IR … in das sich zudem noch ein H zwängt, bis es zum IHR wird? Wer sagt mir überhaupt, wer ICH bin? Eine Theorie über das Selbst, das von einem „unfertigen“ SELBST geschrieben wurde? Sollte ich nicht lieber selbst „meine Bildungsform“ bestimmen? Und meine eigene „Theorie“ (er-)finden? Wie ein Autobiograf, der sich seine Lebensgeschichte selbst schreibt?

Was heißt das nun für M(ICH) – für mein Ich?

Die „Bildung meiner Selbst“ passiert ständig und pausenlos. Aber diese Bildung sollte nicht „zwangsläufig“ durch außen auferlegte TECHNIKEN erfolgen, die durch ihren starren Rahmen mein „Ich“ eingrenzen, sondern vielmehr ist mein Story-Writer in mir gefordert, der mir die Freiheit gibt, mich SELBST nach meinem „BILD“ der Welt – und im Zusammenspiel mit dieser – zu „BILDEN“ … zu (re-)konstruieren und immer wieder neu zu definieren. Dafür muss ich aber kritisch und aufmerksam durch eben diese Welt gehen, um sie von möglichst vielen Seiten kennenlernen zu dürfen … mit dem Bewusstsein, dass es viele Wahrheiten und Wirklichkeiten gibt, die sich nicht immer in Theorien zwängen oder durch (Bildungs-)Techniken in „Form“ bringen lassen.

 

 

css.php