Entnommen von https://www.e-teaching.org/didaktik/theorie/instruktionsdesign/instruktionsdesign.pdf

Ein weiteres, historisch jüngeres und in Hinblick auf das Training komplexer kognitiver Fähigkeiten entwickeltes Modell ist das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell (4C/ID) von Merrienboer und Dijkstra (1997).

Die Anwendungen liegen hauptsächlich im technischen- oder Managementbereich sowie in der Medizin. Typische Beispiele sind das Training von Fluglotsen, Softwareentwicklern, Technikern oder Ärzten. Oft geht es darum, Handlungswissen im Zusammenhang mit bildgebenden Verfahren zu trainieren, beispielsweise im Umgang mit Radar-, Röntgen-, Ultraschall- oder CT-Bildern. Der Erwerb von Wissen ist hingegen bei diesen Anwendungen untergeordnet (Niegemann e. al. 2004, S. 39).

Das Modell basiert auf kognitionspsychologischen Theorien des Lernens und Denkens. Es werden vier Ebenen beschrieben, die das Vorgehen umfasst:

  1. Zerlegung der zu vermittelnden Fähigkeiten in Teilfähigkeiten;
  2. Analyse des Wissens, das notwendig ist, um die Teilfähigkeiten zu erlangen;
  3. Auswahl von geeigneten Instruktionsmethoden für den Wissenserwerb und das Üben der Teilfähigkeiten;
  4. Zusammenstellung einer Trainingsstrategie und Entwicklung der Lernumgebung.

In jeder der vier Ebenen sind wiederum vier Designkomponenten zu berücksichtigen, die sich auf Routine- und heuristische Fähigkeiten beziehen:

1. Wissenskompilierung (Komponente K):
Analyse von Teilfähigkeiten, die wiederholt angewandt werden müssen und die wenig kognitive Ressourcen beanspruchen – also von Routinetätigkeiten.

2. Vorwissen/Voraussetzungen (Komponente V):
Analyse des Wissens, das Voraussetzung für die routinemäßig auszuführenden Tätigkeiten ist.

3. Induktion (Komponente I):
Analyse von Teilfähigkeiten, die sich auf nicht routinemäßige Aufgaben beziehen – also heuristische Fähigkeiten.

4. Elaboration (Komponente E):
Analyse des Wissens, das Voraussetzung für die nicht routinisierbaren Fähigkeiten ist.

Das 4C/ID-Modell gilt derzeit international als das wichtigste Modell für das Training komplexer kognitiver Fähigkeiten. Es fokussiert insbesondere die Relation der einzelnen Komponenten bei der Entwicklung von Lernumgebungen.

QUELLEN:

e-teaching.org. Insturktionsdesign. Abgerufen am 08.11.2017 von https://www.e-teaching.org/didaktik/theorie/instruktionsdesign/instruktionsdesign.pdf