Affordanz, affordance (Angebot), ein von Gibson geprägter Begriff, den er von „afford“ (anbieten, gewähren) ableitet und selbst geprägt hat, der als Hauptwort in einem englischen Wörterbuch nicht zu finden ist und die Komplementarität von Umwelt und Lebewesen zum Audruck bringen soll. Nach Gibson handelt es sich um ein Angebot der Natur bzw. um eine Handlungsanregung aufgrund der Informationen über funktionell relevante Eigenschaften von Dingen und Bestandteilen der Umwelt, die ein bestimmtes Verhalten möglich machen. Die Dinge sagen uns, was wir mit ihnen tun sollen; sie haben nach dem Gestaltpsychologen Koffka einen Forderungscharakter, nach Lewin einen Aufforderungscharakter. So ist z.B. ein Sessel eine Affordanz für das Sitzen, die Schere für das Schneiden. Der Unterschied von Affordanz zu Forderungs- und Aufforderungscharakter liegt darin, daß sich das Angebot von etwas nicht ändert, wenn sich das Bedürfnis des Beobachters ändert. Die verschiedenen Objekte der Umwelt haben verschiedene Affordanzen (Angebote) für das Hantieren mit ihnen.

Wichtig ist dieser Begriff im Zusammenhang mit Anregungen im Umweltbereich, die z.B. zum umweltschonenden Verhalten motivieren sollen: Wie müssen Umwelten (Abfallbehälter, Räume) gestaltet werden, damit sie unsere Wahrnehmung optimal stimulieren und unser Umwelthandeln beeinflussen? Der Affordanz- oder Aufforderungscharakter sollte bei Umweltplanungen berücksichtigt werden (Umweltpsychologie).

Literatur:
Gibson, J. J. (1982). Wahrnehmung und Umwelt. Der ökologische Ansatz in der visuellen Wahrnehmung (U-und-S-Psychologie). München: Urban & Schwarzenberg.

 

Technological affordances describe the potentiality for action that arises from the imbrication of social contexts, human capacities, and technological capabilities (Majchrzak, Faraj, Kane, & Azad, 2013). Individual affordances become aggregated, combined, and coordinated in ways that lead to collective capacities at the level of teams or organizations (Ellison, Gibbs, & Weber, 2015). Furthermore, the introduction of new affordances has been shown to drive change and innovation in collaboration and communication practices including the development of new work routines (Leonardi, 2011).

We define technology affordance as the mutuality of actor intentions and technology capabilities that provide the potential for a particular action (Faraj & Azad, 2012). The concept of an affordance refers to the action potential that can be taken given a technology (Gibson, 1979; Hutchby, 2001; Leonardi, 2011; Majchrzak&Markus, 2013). The affordance lens forces the researcher to consider the symbiotic relationship between the action to be taken in the context and the capability of the technology (Lee, 2010; Maier & Fadel, 2009; Norman, 2007; Zammuto, Griffith, Majchrzak, Dougherty & Faraj, 2007).

 

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