wortkarg

Sprache, Lernen mit Medien, Collaboration ... und ?

Menü Schließen

Archive

Vicarious Learning

Beobachtendes Lernen, Lernen am Modell

https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkognitive_Lerntheorie

http://www.learnlab.org/research/wiki/index.php/Vicarious_learning

Visueller und auditiver Input

  • Als visueller Input sind Texte, Bilder, Videos und Animationen zu nennen,
  • während der auditive Input aus Erzählungen oder Kommentaren, Instruktionen, Hinweisen, aber auch Musik bestehen kann.

Eine multimediale Botschaft kann sich dabei aus beliebigen Kombinationen dieser Unterelemente zusammensetzen, wobei sich nicht alle Bedienungskombinationen als effektiv für die Informationsübermittlung erwiesen haben (Hede, 2002). Der visuelle und auditive Input sind in dem Modell von Hede Mediatorvariablen, die sich zwischen Lernerkontrolle und Aufmerksamkeitsprozessen befinden.

QUELLE: Rey, G. D. (2009).
E-Learning. Theorien, Gestaltungsempfehlungen und Forschung
(Psychologie-Lehrbuch, 1. Aufl.). Bern: Huber.

VOPA+ Modell

Kurzerklärung

Eine Entwicklung der Lernkultur heißt, dass entsprechend der Handlungsspielraum und das Vertrauen vom Management vorhanden sein muss. Die Lernkulturänderung muss auch Teil einer weiter gedachten kulturellen Transformation sein. Das VOPA+ Modell eignet sich hier gut zur Charakterisierung.

  • Vernetzung
  • Offenheit
  • Partizipation
  • Agilität und
  • Vertrauen

sind die Werte, die verstärkt gefördert werden müssen. Sie helfen auch bei der Vereinfachung der Komplexität – womit sich der Kreis wieder schließt (Jenewein, 2017, S. 427)

Und nun im Detail

Das VOPA+-Modell soll ein Hilfsmittel sein, um einen intelligenten und organisierten Wechsel von einer hierarchischen Organisation und damit auch hierarchischer Führung auf eine vernetzte Umgebung zu begleiten. Die Grundlage für ein neues Führungsverständnis ist das Vertrauen – Vertrauen in sich selbst und insbesondere auch in seine Mitarbeiter bzw. diejenigen, die sich in dem neu gestalteten Netzwerk befinden. Führungskräfte definieren den Rahmen, in dem die geführten Mitarbeiter agieren. Die Führungskraft muss lernen, seinen Mitarbeitern bzw. dem Netzwerk zu vertrauen, aber auch loslassen zu können. Da es bei diesem Führungsmodell nicht um die kategorische Abschaffung der bisher etablierten Strukturen geht, sondern eher um eine spezifische Integration von Vernetzung und Hierarchie, stellt dies eine wesentliche Herausforderung für Führungskräfte dar (digikomp, 2016, Absatz 1).

vopa-plus-modell-martin-bialas-digicomp

VOPA+-Modell nach W. Buhse (2014), zit. nach T. digikomp (2016)

Vernetzung

Mit Vernetzung ist die Vernetzung über die unterschiedlichen bestehenden, aber auch aktuellen Kanäle gemeint. Soziale Medien und virtuelle Communities dienen hierzu als Grundlage und haben sich in vielen Kontexten bereits bewährt. Für die Erarbeitung von spezifischen, unternehmerischen Lösungen sind dann auch weitere Stakeholder aktiv einzubeziehen. Kollektive Intelligenz (Schwarmintelligenz) kann dann genutzt werden, wenn viele ihr Wissen vernetzen.

Offenheit

Offenheit wird durch aktive Informationsbereitstellung und -weitergabe gelebt. Nur wenn die Beteiligten alle relevanten Informationen haben und transparent austauschen, können sie konstruktiv an der Problemlösung arbeiten.

Partizipation

Partizipation will sicherstellen, dass die Mitarbeiter aktiv mit einem klar spezifizierten Aufgaben-, Verantwortungs- und Kompetenzbereich mitarbeiten und bei relevanten Entscheidungen berücksichtigt werden. Auch dies in dem von der Führungskraft gesteckten und offen kommunizierten Rahmen, sodass nicht eine vermeintliche Scheinpartizipation stattfindet.

Agilität

Agilität zeigt sich in der veränderten Führungsqualität auch in der Bereitschaft, autonome Arbeit zu ermöglich und zu fördern. Gemachte Fehler werden von den selbstorganisierten Teams erkannt, analysiert und nach Möglichkeit künftig vermieden. Führungskräfte müssen unter Umständen eine neue Fehlerkultur bzw. Fehlertoleranz an den Tag legen (digikomp, 2016, Absatz 2).

VOPA+

Werden diese Werte der Vernetzung, der Offenheit, der Partizipation und der Agilität aktiv von den Führungskräften gelebt, besteht die begründete Annahme, dass sich in Unternehmen, die sich in der digitalen Transformation befinden, auch ein neues und notwendiges Führungsverständnis bewusst etabliert.

Als Projektleiter ist es nun Ihre Aufgabe, zu prüfen, welche konkreten Konsequenzen Sie für Ihr eigenes Handeln aus diesem Modell ableiten. Wie genau werden Sie in Bezug auf Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität bei der veränderten Führung Ihrer Projektmitarbeiter neu und/oder angepasst agieren? Zusätzlich werden Sie zeitnah reflektieren und konkret klären, ob Sie an Ihren Mitarbeiten ein geändertes Verhalten, eine neue Kultur wahrnehmen. Wenn dies nicht der Fall ist, oder nicht in dem Mass, wie Sie es sich erhofft haben, liegt es an Ihnen, Ihr eigenes Verhalten weiterhin so anzupassen, bis Sie das bekommen, was Sie sich erhoffen(digikomp, 2016, Absatz 3).

 

QUELLEN

digikomp (2016). Digital Leadership – das VOPA+ Modell. Abgerufen am 01.11.2017 von https://news.digicomp.ch/de/2016/10/03/digital-leadership-das-vopa-modell/

Jenewein, T. (2017). Zukunft des Arbeitens und Lernens. In Erpenbeck, John & Sauter, Werner (Hrsg.), Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz. Bausteine einer neuen Lernwelt (S. 413-428). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

 

VUCA-Welt

Kurzerklärung

Beschreibung der heutigen Wissensgesellschaft: volatility (volatiler), undertainty (unsicherer), complexity (komplexer) und ambiguity (mehrdeutiger).

(Erpenbeck & Sauter, 2017, S. 609, Glossar)


Unsere Arbeitswelt befindet sich im Umbruch

Digitalisierung, demografischer Wandel, Migration oder Änderungen in Wertevorstellungen. Wie, wo und wie viel wir arbeiten wollen, wird sich verändern. Damit auch die Rahmenbedingungen und Anforderungen an Lernen und Kompetenzentwicklung. Die derzeitigen Herausforderungen beschreibt das Akronym „VUCA“ (…). Mit dem uns vertrauten Denken in Ursache-Wirkungsbeziehungen werden wir diese Herausforderungen nicht bewältigen können – systematisches vernetztes Denken wird immer wichtiger. Vereinfachungen von Prozessen zum Beispiel ist ein weiterer Ansatz, um der hohen Komplexität gegenüberzutreten (Jenewein, 2017, S. 415).


Für Unternehmen bedeutet das:

  • –VOLATILITÄT:
    Unbeständigkeit, hohe Schwankungsbreite, Veränderungsgeschwindigkeit hat sich noch weiter erhöht. Preis-Schwankungen an der Börse, schnelle Markteintritte und -verluste
  • –UNSICHERHEIT:
    Unkenntnis über die Variablen und die kausalen Beziehungen zwischen ihnen. Disruptionen. Veränderungen scheinbar aus dem Nichts. Ganze Märkte entstehen neu.
  • –KOMPLEXITÄT
    Viele, teilweise unbekannte Variablen mit vielfältigen Wirkungen aufeinander. Eine Aktion hat Wirkungen auf sehr viele Variablen. Projekte lassen sich nicht berechnen und vorplanen.
  • –AMBIGUITÄT:
    Viel-, Mehrdeutigkeit, Informationen sind nicht eindeutig interpretierbar. Missverständnisse aus der Vielzahl der Rollen, Aufträge und Schnittstellen hat sich erhöht. Interessenkoalitionen werden vielschichtiger.
    (vgl. Leadion. Führung für digital agile Unternehmen, Abb. 1)

Die wichtigsten neuen Kompetenzen, die wir für die vuca-world brauchen:

Der kürzlich verstorbene Prof. Peter Kruse verglich den Wechsel in den notwendigen neuen Fähigkeiten mit dem Wechsel der Kompetenzen im Übergang von der Küstenschifffahrt zur ozeanischen Schifffahrt im 15. Jahrhundert vor allem durch Heinrich den Seefahrer, Kolumbus und Vasca da Gama (vgl. Leadion. Führung für digital agile Unternehmen, Abb. 2)

Volatibilität – Unbeständigkeit

  • Ressourcen, Schwankungspuffer
  • Strategische Partnerschaften

Unsicherheit – Disruptionen

  • Orientierung an Visionen
  • Intuitive und emotionale Intelligenz
  • Empathiefähigkeiten, Netzwerkausbau

Komplexität – Variablenvielfalt

Ambiguität – Mehrdeutigkeit


QUELLEN:

Erpenbeck, J. & Sauter, W. (2017). Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz: Bausteine einer neuen Lernwelt. Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

Jenewein, T. (2017). Zukunft des Arbeitens und Lernens. In Erpenbeck, John & Sauter, Werner (Hrsg.), Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz. Bausteine einer neuen Lernwelt (S. 415-428). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

Leadion. Führung für digital agile Unternehmen (2017): Abgerufen am 29.10.2017 von https://www.leadion.de/2015/08/31/wir-alle-leben-in-der-vuca-welt/

css.php